Eine durch Sandmücken übertragene Infektion mit einzelligen Blutparasiten (Leishmanien). Sie befallen die Makrophagen (Fresszellen) des Immunsystems.
Symptomatik & Diagnose:
Hautveränderungen: Schuppenbildung, kleine Wunden die nicht heilen, besonders an Ohrrändern und Nasenspiegel.
Brillenbildung: Haarausfall kreisförmig um die Augen.
Innere Organe: Die Leishmaniose schädigt primär die Nieren. Ein Anstieg der Nierenwerte (Kreatinin/Harnstoff) im Blutbild ist ein Warnsignal.
Therapie:
Oft wird Allopurinol eingesetzt, um die Vermehrung der Parasiten zu stoppen. Wichtig: Unter Allopurinol muss purinarm gefüttert werden (keine Innereien, Haut oder dunkles Fleisch), um Harnsteine zu vermeiden.
Akute Gefahr durch Zeckenbiß
Ehrlichiose ("Zeckentyphus"):
Bakterien befallen die Monozyten (weiße Blutkörperchen). Symptome: Hohes Fieber, Nasenbluten, geschwollene Lymphknoten und Gelenkschmerzen. Wird mit einer 4-wöchigen Doxycyclin-Kur behandelt.
Babesiose ("Hundemalaria"):
Einzeller zerstören die roten Blutkörperchen. Symptome: Hochgradige Mattigkeit, blasse Schleimhäute und charakteristischer dunkler (kaffeebrauner) Urin durch das freigesetzte Hämoglobin. Dies ist ein absoluter Notfall!
🦠 Parasiten & Darmgesundheit
Hochgradig ansteckend
Das Problem:
Einzellige Dünndarm-Parasiten, die besonders in Tierheimen und bei Hunden mit schwachem Immunsystem vorkommen. Sie bilden Zysten, die in der Umwelt monatelang überleben.
Symptome:
Wiederkehrender, gelblicher, oft schleimiger oder fettiger Durchfall mit stechendem Geruch. Betroffene Hunde nehmen trotz gutem Appetit oft ab.
Hygiene-Management (Essenziell!):
Dampfreinigung: Textilien über 65°C waschen.
Popo-Pflege: Nach dem Kotabsatz den After reinigen, um Re-Infektion durch Ablecken zu verhindern.
Kohlenhydrate reduzieren: Giardien "ernähren" sich von Zucker/Stärke. Getreidefreies Futter unterstützt die Heilung.
Regelmäßige Kontrolle nötig
Arten & Wirkung:
Spulwürmer: Häufig bei Importhunden. Führen zu aufgeblähtem Bauch ("Wurmbauch") und stumpfem Fell. Hakenwürmer: Beißen sich in der Darmschleimhaut fest und führen zu Blutarmut.
Strategie:
Statt blindem Entwurmen empfiehlt sich eine 3-Tages-Sammelkotprobe alle 3 Monate. Bei Windhunden aus dem Ausland sollte beim ersten Check speziell auf **Lungenwürmer** (Angiostrongylus) getestet werden, die Husten verursachen.
🐕 Windhund-Spezifische Risiken
Tödlicher Notfall
Warum Windhunde?
Der schmale, tiefe Brustkorb bietet dem Magen Raum zur Rotation. Wenn er sich dreht, werden Ein- und Ausgang sowie die großen Blutgefäße abgeschnürt.
Erkennen:
Erfolgloses Erbrechen (Würgen), massives Speicheln, der Bauch bläht sich sichtbar auf und klingt beim Beklopfen wie eine Trommel.
Prävention:
Füttern Sie keine großen Einzelmengen. Nach dem Fressen gilt: 2-3 Stunden strikte Ruhezeit. Kein Spiel, kein Rennen, kein Treppensteigen.
Lebensrettender Hinweis
Windhunde haben eine genetische Besonderheit im Enzymstoffwechsel der Leber (Cytochrom P450). Medikamente werden langsamer abgebaut.
Die Narkoseform: Nutzen Sie ausschließlich **Inhalationsnarkosen**. Der Hund muss während der gesamten OP auf einer Wärmematte liegen (Hypothermiegefahr!), da er über die Haut massiv Wärme verliert.
🚨 Soforthilfe & Erste Hilfe
Windhunde bluten aufgrund der dünnen Haut oft sehr stark. Maßnahme: Wunde mit Kochsalzlösung reinigen. Druckverband anlegen: Watte zwischen die Zehen (wichtig gegen Druckstellen!), dann Verbandmull, dann selbsthaftende Binde.
🪪 Notfall-Infokarte
🆘 WINDHUND NOTFALL-INFO
• Narkose: Nur Inhalationsnarkose. Keine Barbiturate verwenden!
• Blutbild: Kreatinin bis 1.6 mg/dl rassetypisch normal. Hoher Hämatokrit (bis 65%) normal.
• Schock: Patient aktiv wärmen (Rettungsdecke)!
• Herz: Windhunde haben physiologisch vergrößerte Herzen (Sportlerherz).
Diese Informationen wurden mit Sorgfalt für den Galgomarsch Saarbrücken zusammengestellt.